13.8.2018

Oftmals begegnen mir in letzter Zeit fragende Blicke von Auto- und Fahrradfahrern.

Ich lächle dann zwar immer freundlich und nicke leicht, aber wenn man eine Atemschutzmaske auf dem Gesicht hat, ist die nonverbale Kommunikation doch recht eingeschränkt.

Jetzt bin ich aber doch schon zwei Mal direkt angesprochen worden: Ob ich denn krank sei oder hysterisch.

Beides ist natürlich nicht der Fall.

Ich möchte nur nicht mehr husten.

Schon länger ist mir aufgefallen, daß ich mich häufiger räuspern und auch husten muß; vor Allem morgens und auch wieder nach Feierabend zu Hause.

Als es dann in diesem Sommer so warm wurde, konnte ich eines morgens vor lauter Husten nicht anfangen zu arbeiten. Das ging zwar nur 5 min so, war aber trotzdem ärgerlich.

Abends auf dem Heimweg (diesmal als Beifahrer im Cabrio meiner Frau) standen wir entlang der Oststraße an jeder Ampel bei Rot mitten im schönsten Abgas im Feierabendstau. Daheim angekommen wieder ein minutenlanger Hustenanfall.

Ich will gar nicht anfangen mit irgendwelchen Grenzwerten und Feinstäuben und Stickoxiden.

Tatsache ist aber, daß ich bei sommerlichen Temperaturen nach dem Fahrradfahren in Heilbronn husten muß. Wahrscheinlich gibt es irgendeine chemische Reaktion, die für mich den ganzen Dreck in der Luft in Reizgas verwandelt und meine Bronchien angreift. Weil ich das nicht will, habe ich nach Möglichkeiten gesucht, meine Atemwege zu schützen.

Internet. Google. Atemschutzmaske. 10,6 Mio Treffer.

So eine FFP3-Maske filtert 99% der giftigen Stoffe, Tröpfchenaerosole, krebserzeugenden oder radioaktiven Stoffe, Enzyme und Mikroorganismen sowie deren Sporen aus der Atemluft.

Sagt das Internet.

Überraschenderweise gibt es mittlerweile eine Atemschutzmaske als Fahrrad-Zubehör im Fachhandel, hm, da scheint es wohl schon mehrere Leidensgenossen zu geben …

Direkt mit einer Gasmaske auf dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren schien mir dann doch etwas zu übertrieben. Aber diese kleinen, angenehm zu tragenden Lackierer-Masken sind doch ganz praktisch: Keinerlei Zusammenbau oder Pflege, einfach anzulegen und angeblich voller FFP3-Schutz.

Ich habe es einfach mal ausprobiert: Vor Verlassen meines Grundstücks die Maske auf und erst wieder innerhalb der Praxis abgesetzt.

Ist natürlich erstmal schwierig: Wie sehe ich aus? Denken die Anderen, ich spinne oder habe eine ansteckende Krankheit? Irritiere ich, an einer Ampel wartend, Autofahrer so stark, daß diese womöglich einen Unfall haben und ich bin dann an Verletzten schuld? Was sagen meine Freunde und Verwandten?

Alles gar kein Problem! Zunächst das Wichtigste: Es wirkt! Ich huste nicht mehr; abends muß ich mich manchmal noch leicht räuspern.

Niemand hat mich mit Gegenständen beworfen oder den psychologischen Notdienst gerufen.

Oftmals wird überhaupt nicht registriert, daß ich eine Maske trage (Zwischenfrage: schauen wir uns mittlerweile zu wenig an?) und wenn, scheint mir die häufigste Reaktion zu sein: Hey, der hat eigentlich Recht.

Lästige Abgase, denen man als Fahrradfahrer immer mal wieder ausgesetzt ist (Kreuzungen, rote Ampeln, LKWs, Busse, Stuttgarter Brücke, Leute, die ihren Motor bei stehendem Fahrzeug laufen lassen, weil ihr Navi noch nicht online ist, die Freundin noch eine immens wichtige Geschichte erzählen muß, die Aircondition ja sonst abschaltet, der Diesel vielleicht nicht mehr anspringt, der Akku vom Handy beim heimlichen telefonieren mit der Geliebten evtl leer gehen könnte, uswusf) werden jedenfalls einigermaßen gefiltert. Merke ich!

Auch meine Mitarbeiter haben die Masken ausprobiert und tragen diese im dichten Verkehr, erzählen sie mir jedenfalls.

Tolle Sache: Durch Erhöhung des Totraumvolumens hat man noch eine gesteigerte Trainingsleistung.

Mein Gedanke, wenn mir jemand mit Fahrradhelm und ohne Mundschutz begegnet ist jedenfalls mittlerweile: Mensch, du schützt das falsche Körperteil.

19.2.2018

Guten Tag zusammen,

2005 war ich zum ersten Mal in Neuseeland, um meine ausgewanderte Schwester zu besuchen. Dort gibt es vor allem Strand, Natur und ein paar Tiere (Schafe und Opossums) … und (damals noch) ein Ozonloch (mittlerweile durch unsere Wissenschaftler zugeschweißt).

Nach 3 Tagen am Strand sah die Haut an meinen Armen und am Oberkörper aus wie Pizza Margherita. Aufgeworfene juckende Pusteln im schönsten Rot. Ich habe Fotos!

Kurz überlegte ich, mich für den restlichen Aufenthalt in Aotearoa in ein nachtaktives Wesen zu morphen; entschied mich dann aber doch für Aloe-Vera-Gel und Bandagen, was nicht weniger auffällig gewesen ist: Beide Arme bis zum Handrücken komplett bandagiert, wie es die besten Einbalsamierer Echnatons nicht trefflicher hinbekommen hätten.

Vorher hatte ich nie irgendwelche Sonnenbrand-Probleme trotz äusserst nachlässigem Hautschutz (wozu brauch ich Chemie?), danach aber regelmässig, wenn ich im Urlaub nicht mindestens Schutzfaktor 50 aufgetragen hatte.

Januar 2016 besuchte ich dann eine Fortbildungsveranstaltung. Ein Vortrag hatte Knochenstoffwechsel zum Thema. Klar, Sie denken jetzt wie ich damals: Boah, voll interessant, wo gibts hier Kaffee und Häppchen?

Tatsächlich war dieser Vortrag, gehalten von einem maximal motivierten Anatomen, der tollste, unterhaltsamste und informativste Teil des ganzen Kongresses. Es ging um Vitamin D.

Wir Alle haben zu wenig davon in unserem Blut. Vitamin D wird von unserem Körper bei Sonneneinstrahlung gebildet. Nun haben wir uns zivilisationsbedingt angewöhnt, Kleider zu tragen und leider würde auch ohne Bekleidung die Sonneneinstrahlung in Deutschland nicht ausreichen, unseren Vitamin D – Bedarf zu decken.

Vitamin D – Mangel führt zu Osteoporose, also schwachen Knochen, krummen Rücken und schmerzhaften Wirbelsäulen. Auch die Qualiät underes Kieferknochens leidet dabei und lange Zeit riet man von der Verwendung von Zahnimplantaten bei Osteoporosepatienten ab.

Die Therapie einer schweren Osteoporose wird heute oftmals mit Bisphosphonaten durchgeführt, und hier wird es für den chirurgisch tätigen Zahnarzt nun richtig unschön: Der Knochenstoffwechsel wird durch diese Medikamente derart zum Erliegen gebracht, daß so gut wie keine Heilung mehr stattfindet. Selbst Prothesendrucksellen können unter Bisphosphonat-Therapie zu großflächig freiliegendem Kieferknochen führen.

Das Alles will man lieber nicht!

Vitamin D hilft also, unser Skelett und unseren Kieferknochen stabil zu halten. Ich fing sofort an, täglich 1000 Einheiten Vitamin D3 einzunehmen. Natürlich bemerkte ich zunächst keine Veränderung!

Bis ich dann circa ein dreiviertel Jahr später wieder einmal in einen sonnigen Urlaub fuhr.

Am Ankunftstag stand die Sonne hoch am Himmel; wir kamen direkt aus dem deutschen Winter und wollten nur mal schnell am Strand schauen wie die Wellen sind. Nicht eingecremt!

Wunder über Wunder: meine Haut zeigte sich plötzlich wieder sonnenstrahlenresistent wie mit 17. Zum Sonnenbaden benutze ich Faktor 15 statt 50 und es bildeten sich trotzdem keine rötlichen Erhebungen.

Ich hatte nichts verändert: Nicht die Cremes, nicht die Ernährungs- oder Trinkgewohnheiten und auch sonst nicht. Nur das Vitamin D kam dazu.

Für mich steht fest: Die Möglichkeit, wieder ohne Panade an einem Strand zu liegen, verdanke ich der morgendlichen Tablette.

Wenn ich jetzt darüberhinaus noch im Alter eine gerade Haltung und stabile Knochen haben kann: Na umso besser!

Ich bereite eventuell noch ein Info-Blatt für die Praxis vor … bis dahin sprechen Sie mich gerne an …

Ihr Dr. Peter Lintzen

10.01.18

Starten wir also ins neue Jahr.

Sie alle sind sehr willkommen auf unserer neu gestalteten Homepage.

Rechtzeitig mit dem Beginn des Jahres 2018 und als Ausdruck dafür, nach den Feiertagen mit neuem Schwung und Motivation zu starten, haben wir unseren Internetauftritt modernisiert und neue Ideen einfließen lassen.

Wie z.B. diesen Bereich “Aktuelles”, wo wir interessante Ideen, lustige Begebenheiten oder einfach eine nette Geschichte mit Ihnen teilen wollen.
Zusammen mit meinem Kollegen Dr. Gerhard werde ich in unregelmässigen Abständen aus dem Alltag eines Heilbronner Zahnarztes erzählen,
interessante Fälle und deren Lösung vorstellen oder von Fortbildungsveranstaltungen und neuen Entwicklungen berichten.
Eine Verknüpfung mit dem neuen Facebook-Auftritt der Praxis wurde ebenfalls eingerichtet.

Wir werden uns bemühen, den Schreibstiel nicht zu fachspezifisch und ernst zu halten. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und wünschen unterhaltsame Minuten beim Stöbern auf unseren Seiten.

Manuelle Präzision von Beginn an.

Bis bald: Ihr Dr. Peter Lintzen

04.01.18

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patienten und Kollegen,

Natürlich will jeder an den Weihnachtsfeiertagen gut aussehen und den Festtagsschmaus mit allen Zähnen geniessen. Für den Zahnarzt und sein Team fängt naturgemäß mit Beginn des Advents eine sehr umtriebige Zeit an.

Was über Wochen vorbereitet wurde, soll vor Jahresende erfolgreich abgeschlossen werden. Dabei kann es wie immer in der Weihnachtszeit zu Überraschungen kommen. Wir haben aber auch dieses Jahr sämtliche Widrigkeiten, mit der Geduld und Unterstützung unserer Patienten zufriedenstellend gelöst.

Herr W. zum Beispiel sollte in der zweiten Dezemberwoche eine Implantatkrone
eingesetzt bekommen. Normalerweise eine einfache Routinearbeit, wie Weihnachtsbaum schmücken oder Plätzchen backen.

Die Krone wurde angeliefert, der Patient war voller Vorfreude … leider ließ sich die Krone nicht einsetzen. Die Kontakte zu den Nachbarzähnen waren zu eng. Man kann sich das so vorstellen, daß der dicke Stamm der 3-Meter-Nordmanntanne nicht in die Halterung des Ständers paßt.

Also wieder alles abgeschraubt und die Krone zurück ins zahntechnische Labor geschickt. Eine Woche später (das Fest rückt näher) treffen wir uns wieder in der Praxis. Die Krone läßt sich einsetzen!

Nun, bei korrektem Sitz, erkennt man den leichten Farbunterschied zu den natürlichen Zähnen.Für den Patienten war die Welt in Ordnung, aber mich packte der Zahnarzt-Ehrgeiz. Die verbrannte Plätzchensorte kommt nicht mit den perfekten Teilchen auf den Teller!

Farbskala zur optimalen Bestimmung

Also nochmal zurück. Der vierte Advent rückt unaufhaltsam näher!

Zwei Tage vor dem Fest konnte Herr W. mit einer perfekt gearbeiteten und eingesetzten Krone glücklich gemacht werden. Der Festschmaus im Kreise der Familie war deshalb bestimmt ein voller Erfolg.

Vielen Dank natürlich an unsere geduldigen und hilfsbereiten Zahntechniker, welche die Arbeiten für unsere Patienten so lange verbessern, bis alle zufrieden sind.

Danke auch an das Team und an unsere verständniisvollen Patienten.
Normalerweise ist der behandelnde Zahnarzt am Schwersten zufrieden zu stellen.

Die neue Krone

In diesem Sinne: Ihr Dr. Peter Lintzen

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